USA: Zion National Park / Grand Canyon
27.07.2016: Antelope Canyon
Am Morgen fuhren wir gleich weiter, denn im Ort Jacobs Lake und auch in den nächsten zwei Ortschaften gab es eigentlich nichts, nicht mal ein Laden oder ein Restaurant, höchstens eine Tankstelle. Der nördliche Teil vom Grand Canyon ist wirklich sehr abgelegen.
Wir waren also froh, als wir die kleine Stadt Page erreichten, wo es gemäss Tafel 28 Restaurants hatte. Wir suchten uns eines aus und assen einen grossen Lunch, da wir gestern ja nichts mehr Znacht fanden. Danach versuchten wir eine Tour in den Antelope Canyon zu buchen. Das ist wieder ein Slot Canyon, dieser aber sehr eng und mit sehr speziellen Felsen. Er ist fast schon weltbekannt wegen den vielen Bildern die es im Internet gibt.
Die Anbieter in der Stadt waren aber alle ausgebucht, wir bekamen aber einen Tipp und fuhren gleich zum Start der Touren. Dort hatte es weitere drei Anbieter und wir bekamen noch Platz um 15 Uhr. Unser Fahrer Bryan, ein ziemlich lustig (und etwas wohlgenährter) Indianer fuhr uns mit dem Pickup drei Meilen bis zum Eingang. Die Fahrt führt fast wie durch eine Wüste und es war extrem holprig.
Der erste Teil des Canyons ist dann gleich sehr eindrücklich, dort hat es noch viel Licht, weiter hinten wird es dann dunkler. Wir liefen durch den ganzen Canyon durch, das sind 400 Meter. Bryan erzählte bei einzelnen Stellen eine Geschichte zu den Felsen und half den Touristen das absolut perfekte Foto zu machen. Es war sehr schön kühl im Canyon drin, fast 15 Grad weniger als draussen, denn dort war es heute 40 (!!) Grad. Es hatte uns sehr gut gefallen und die Tour hatte sich gelohnt. Nun liefen wir noch zum Horseshoe Bend, einem sehr schönen Teil des Colorado Rivers. Auch hier machte uns die Hitze zu schaffen, es war nur eine Meile zu Fuss, aber bei 40 Grad ist das was anderes.
Nun fuhren wir fast zwei Stunden zur Stadt Flagstaff. Unterwegs beschlossen wir den südlichen Teil des Grand Canyon wegzulassen, da wir im Norden eigentlich alles gesehen hatten und es im Süden anscheinend alles extrem überfüllt ist. Wir schauten uns die Stadt ein wenig an und gingen Nachtessen, am Schluss auch noch in einen herzigen Tee-Laden. Es war schon wieder spät und kein Zeltplatz weit und breit, so übernachteten wir heute auf dem Parkplatz vom Hilton, aber das habt ihr jetzt nicht gelesen 😉
26.07.2016: Grand Canyon
Auch heute konnten wir nicht lange schlafen, die Hitze trieb uns am Morgen schon aus dem Camper. Heute hat Lyn Geburtstag, Happy Birthday 😉 Wir wollten noch auf dem Campingplatz frühstücken, jedoch war unser Kühlschrank ausgestiegen und die meisten Esswaren ungeniessbar geworden.
So fuhren wir los, in Richtung Grand Canyon North Rim. Das ist die nördliche und weit weniger bekannte Seite, wo man den Grand Canyon betrachten kann. Wir wählten extra diese Seite, da die südliche im Sommer anscheinend total überrannt ist. Die Fahrt dahin dauerte wieder drei Stunden und unterwegs gab es nicht viel, so musste das Frühstück warten.
Auf dem Grand Canyon angekommen, schauten wir uns erst die Aussicht an. Dort hat es auch ein Hotel, zum Glück mit Restaurant. Ein etwas zwielichtiger Tour-Organisator verkaufte uns für 10Dollar zwei Gutscheine für das Buffet. Dieses war zwar nicht so gut, aber immerhin war es «all you can eat». Gestärkt fuhren wir wieder los, um einen der vielen Aussichtspunkte zu erkunden. Zu diesem mussten wir 1km runterlaufen.
Danach fuhren wir noch zu einer kleinen Wanderung, die ebenfalls am Ende zu einem Aussichtspunkt führte. Inzwischen war es schon wieder spät und die Sonne ging bald unter. Gerade noch rechtzeitig schafften wir es zum letzten Aussichtspunkt um die schönen Farben der Sonnenstrahlen auf den Felsen einzufangen.
Danach mussten wir sehr weit zurückfahren, unterwegs gab es sehr viele Rehe auf der Strasse, was die Fahrt in die Länge zog. Spät kamen wir in dem kleinen Ort Jacobs Lake an, wo es eigentlich fast nichts gab. Zum Glück hatte es aber einen öffentlichen Park mit Campingplatz, wo wir die Nacht verbrachten.
25.07.2016: Adventure Day
Heute standen wir ganz früh auf, den wir hatten viel vor und wir mussten der extremen Hitze aus dem Weg gehen. Wir machten uns sogleich auf den Weg mit dem Shuttle Bus, denn im Zion National Park kann man nicht viele Strecken mit dem Auto fahren (es ist einfach zu eng hier und es hat keine Parkplätze :-D).
Der erste Punkt auf der Tagesordnung war die sagenumwogene Wanderung Angels Landing. Diese führte erst 2 Meilen steil den Berg hinauf, der Weg war aber gut präpariert. Beim Aussichtspunkt angekommen, tummelten sich schon ziemlich viele andere Leute, denn ab hier wurde es spannend. Die letzten 0.4 Meilen musste mein steil hinaufsteigen, meistens am Rand der Klippe entlang, meistens gab es eine Kette zum Festhalten. Wir machten eine kurze Pause um uns zu erholen, dann gingen wir es an. Am Anfang war der Nervenkitzel gross, es stellte sich jedoch schnell heraus, dass der Weg ziemlich breit war und es eigentlich fast überall eine Kette gab zum Festhalten. Nun wollten wir zügig hinauf, die vielen anderen Leute blockierten uns aber immer wieder. Es muss an dieser Stelle gesagt sein, dass einige besser unten geblieben wären. Es war auch ganz schön anstrengend, eine Stellen mussten man fast klettern. Oben angekommen war die Aussicht auf den Canyon atemberaubend. Der Weg hinab wurde ebenfalls wieder mühsam, wegen dem vielen Gegenverkehr.
Weiter ging es mit dem Shuttle Bus zum zweiten Abenteuer. Die zweite Wanderung durch einen sogenannten Slot-Canyon, ein Fluss, der durch eine riesige Felsspalte führt. Der Weg führte es ziemlich lange in die Schlucht hinein, bis er schliesslich aufhörte und nur noch der Fluss da war. Ab hier lief man meistens die ganze Zeit im Flussbett. Es hätte spezielle Schuhe zur Miete gegeben, wir versuchten uns mit unseren eigenen Wanderschuhen. Diese waren natürlich innert Sekunden komplett durchnässt, aber das kühle Wasser war in der Nachmittagshitze sehr erfrischend.
Hier hatte es extrem viele Touristen, alle stürchelten sie das Flussbeet hinauf. Wir liefen sehr weit den Canyon hinauf, umso weiter, umso weniger Leute hatte es. Wir liefen bis zu einer sehr engen Stelle und kehrten dann um, es wurde ganz schön anstrengend die ganze Zeit durchs Wasser zu waten.
Auf dem Rückweg reichte es uns irgendwann, so juckten wir einfach ins Wasser hinein und badeten mit den Kleidern, um uns abzukühlen. Das war sehr schön erfrischend. Nach dem wir endlich wieder bei der Bushaltestelle angekommen waren, fuhren wir mit dem Shuttle zum Ausgangsort zurück. Dort sprangen wir erneut in den kühlen Fluss.
Nun fuhren wir zurück zum Campingplatz und gingen zu Fuss einen Iced Tea (Eistee ohne Zucker) trinken. Dieser wirkte wahre Wunder in dieser Hitze. Anschliessend grillierten wir noch einmal.
24.07.2016: Der lange Weg nach Utah
Früh fuhren wir heute Morgen weiter, denn wir hatten auf dem Weg zum Zion National Park nochmal weitere 5 Fahrstunden vor uns. Auf dem Weg hielten wir einmal für einen Zmorge im IHOP (einer bekannten Restaurantkette, International House of Pancakes). War viel besser wie wir erwartet hatten 😉
Danach hielten wir noch zweimal (!!) um zu tanken. Gegen den Schluss der Strecke wurde die Landschaft immer trockener, dies sah man auch an einem kleinen Waldbrand am Rande des Freeways. Zudem stieg die Temperatur ziemlich heftig an, teils bis zu 35 Grad. Sobald wir die Klimaanlage im Van ausschalteten, wurde es innert Sekunden wieder heiss.
Endlich im Zion National Park angekommen, fanden wir zum Glück ein Campingplatz direkt am Rand des Parks, in der Ortschaft Springdale. Wir fuhren noch kurz in den Park hinein und machten eine kurze Wanderung zu einem Aussichtspunkt über die wunderbare Landschaft. Diese beeindruckte vor allem mich (Martin), da ich solche Wüstenlandschaften noch nie gesehen habe. Es war ein sehr schöner Weg den Felsen entlang, sogar mit einer Brücke, wo man besser nicht nach unten schaute. Auf dem Rückweg sahen wir am Strassenrand noch eine Reh-Familie.
Anschliessend gingen wir zurück auf den Campingplatz und machten Znacht in unserer Camperküche.
23.07.2016: Auf dem Weg nach Utah
Wir genossen den Komfort unseres Zimmers und schliefen etwas länger. Nun fuhren wir nach Jackson ins Dorf. Dieses ist sehr touristisch, aber trotzdem sehr herzig. Mit vielen Western Gebäude und vielen Läden. Wir assen ausgiebig Zmorge in einem schönen Gartenrestaurant. Nachdem wir zwei Tag fast nichts Richtiges gegessen hatten, waren ziemlich hungrig.
Anschliessend fuhren wir in ein Naturschutzgebiet am Rand vom Dorf um eine Wanderung zu machen. Wir kamen jedoch nicht weit, überall hatte es Warnschilder von der Regierung und zudem befanden wir uns in Jagdgebiet. Wir liefen daher nur kurz auf einen Hügel und kehrten dann um.
Am späteren Nachmittag fuhren wir weiter, unser nächstes Ziel war ein Zwischenstopp in Salt Lake City, das eigentlich Ziel ist jedoch der Zion National Park. Wir verliessen uns wohl etwas zu sehr auf das Google Maps App auf dem Handy, dieses jagte uns auf Landstrassen 3 Stunden durchs nirgendwo, ehe wir endlich den Freeway erreichten.
Nun war es spät geworden und wir noch 70 Meilen von Salt Lake City entfernt. Wir verliessen in Perry den Freeway. Es war zu spät noch eine Unterkunft zu suchen, so entschieden wir uns wieder mal auf einem Walmart-Parkplatz zu campieren. Das funktionierte auch dieses Mal wieder bestens und wir hatten eine ruhige Nacht.